Stammzelltransplantation

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DIAKO Bremen führt Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation durch

Stammzelltransplantation: Den Krebs mit eigenen Zellen bekämpfen

Bremer Experten

Aggressive Krebsarten erfordern eine besondere Behandlung. Wenn die erste Therapie nicht anschlägt, bietet die Onkologie des DIAKO eine Alternative: eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation.

Stammzelltransplantation – Chemotherapie
Ein Patient mit Krebs ist im DIAKO gut aufgehoben. Das Onkologische Zentrum dort nutzt hochspezialisierte und moderne Konzepte zur Behandlung, zum Beispiel die Stammzelltransplantation. DIAKO

Die Ärzte aus dem Onkologischen Zentrum des DIAKO Bremen bekämpfen bösartige Erkrankungen der blutbildenden Zellen wie Lymphome, Myelome und Leukämien. Dazu nutzen sie hochspezialisierte Behandlungskonzepte, erfahrene Mediziner und ein umfangreiches Kooperationsnetzwerk, dem unter anderem Universitätskliniken, Strahlentherapeuten, Radiologen und Psychoonkologen angehören. Mehrere Hundert Patienten stellen sich jährlich an weit über 5.000 Terminen in der Klinik für Hämatologie und Onkologie (Medizinische Klinik II) vor.

Bestimmten bösartigen Erkrankungen begegnen die Fachleute mit hochspezialisierten Behandlungskonzepten. Professor Ralf Ulrich Trappe, Chefarzt der Medizinischen Klinik II und Leiter des zertifizierten Onkologischen Zentrums, erläutert: „Bei aggressiven Lymphomen und Myelomen therapieren wir die Patienten mit der sogenannten Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender Stammzelltransplantation.“

Hochdosis-Chemotherapie soll Tumor effektiv zerstören

Stammzelltransplantation – Professor Ralf Ulrich Trappe
Professor Ralf Ulrich Trappe ist Chefarzt der Medizinischen Klinik II und Leiter des zertifizierten Onkologischen Zentrums. DIAKO

Lymphome, umgangssprachlich auch als Lymphdrüsenkrebs bezeichnet, sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Dazu gehören die Lymphknoten, die Mandeln und auch die Milz. Lymphatisches Gewebe findet sich auch an vielen anderen Körperstellen, zum Beispiel in Magen und Darm. „Bei aggressiven Lymphomen sprechen die Patienten normalerweise auf die erste Therapielinie gut an“, sagt Professor Trappe. Allerdings komme es bei einem kleinen Teil der Patienten zu einem erneuten Auftreten der Erkrankung oder die erste Behandlung greift nicht. Dann komme das Konzept der Hochdosis-Chemotherapie infrage.

Das Konzept sieht vor, Patienten mit sehr intensiven Chemotherapien zu behandeln und die Dosis zu steigern. Damit sollen die Tumorzellen noch effektiver zerstört werden als mit einer konventionell dosierten Chemotherapie. Allerdings birgt diese Vorgehensweise Risiken, die die Stammzelltherapie verhindern kann.

Eine Chemotherapie belastet den Körper

Eine Chemotherapie bekämpft Krebszellen mit Zytostatika. Das sind Medikamente, die das Wachstum der Zellen hemmen sollen. Leider aber greifen diese Zytostatika nicht nur die Krebszellen, sondern auch die normalen Körperzellen an. Betroffen davon ist auch das Knochenmark. Es ist der Ort, an dem die Zellneubildung im Körper am schnellsten vorangeht und wo unterschiedliche Arten von Blutzellen gebildet werden. Aus diesem Grund kommt es nach einer Chemotherapie auch zu verminderten Zellbildungen im Knochenmarkt. Die Folge ist ein Rückgang der roten und weißen Blutkörperchen.

Während herkömmliche Chemotherapien so konzipiert sind, dass sich das Knochenmark möglichst schnell wieder neubilden kann, ist das bei einer Hochdosis-Chemotherapie anders. Die Nebenwirkungen auf das Knochenmark wären immens. Die Patienten würden langanhaltende und schwere Probleme bekommen. Professor Trappe: „Das Knochenmark würde sich nicht erholen. Die Patienten würden über einen langen Zeitraum anfällig für Infekte werden.“

Die Stammzelltransplantation mindert Nebenwirkungen

Stammzelltransplantation – Medikamente
Eine Stammzelltherapie senkt das Infektrisiko nach einer Hochdosis-Chemotherapie. Medikamente schwemmen vor der Entnahme die blutbildenden Stammzellen aus dem Knochenmark. DIAKO

Um diese Folgen zu verhindern, entnehmen die Ärzte den Patienten vor der Hochdosis-Chemotherapie blutbildende Stammzellen und führen sie nach der Chemotherapie wieder zurück. So kann sich wieder ein funktionsfähiges Knochenmark bilden. Dazu werden die Stammzellen aus dem Knochenmark mithilfe von Medikamenten ins Blut ausgeschwemmt und mit speziellen Techniken gesammelt. Danach werden die Stammzellen tiefgefroren, um nach der Therapie wieder ins Blut zurückgegeben zu werden. Von dort gelangen sie ins Knochenmark und wachsen dort wieder an. Dieses Verfahren nennen die Mediziner autologe Stammzelltransplantation.

Die autologe Stammzelltransplantation sorgt dafür, dass sich die Phase der hohen Infektanfälligkeit der Patienten nach der Hochdosis-Chemotherapie stark verkürzt. In der Regel von mehreren Wochen auf wenige Tage. Das ermöglicht intensive Therapien.

Ablauf einer autologen Stammzelltransplantation:

  • Medikamente schwemmen blutbildende Stammzellen vom Knochenmark ins Blut.
  • Die Ärzte entnehmen die Zellen und frieren sie ein.
  • Die Hochdosis-Chemotherapie wird durchgeführt.
  • Die Stammzellen werden ins Blut zurückgeführt.
  • Im Knochenmark wachsen sie wieder an.
  • Dort sorgen sie dann für eine normale Zellbildung, und senken damit die Anfälligkeit für Infekte.

Studien haben laut Professor Trappe belegt, dass Hochdosis-Chemotherapien die Heilungswahrscheinlichkeit beim aggressiven Lymphom und die Kontrolle der Krankheit des Myeloms verbesserten. Allerdings müsse der Patient auch „Hochdosis-fähig“ sein. Denn neben dem Effekt auf das Knochenmark seien ebenfalls das Herz-Kreislauf-System sowie die Nieren von der intensiven Chemotherapie-Behandlung betroffen. Patienten mit schweren Herz- oder Nierenfunktionsstörungen dürften so nicht behandelt werden.

Das DIAKO erfüllt alle Voraussetzungen für die Therapie

Stammzelltransplantation – Labor
Das DIAKO hat alle Voraussetzungen für ein breitgefächertes Angebot an verschiedenen Therapien. DIAKO

Um eine solche Therapie anbieten zu können, müssen die Kliniken ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die Erfahrung der Ärzte und der Pflegekräfte spielt dabei eine wichtige Rolle. Um ein funktionierendes Komplikationsmanagement aufzubauen, muss eine Klinik gewisse Mindestmengen nachweisen. Das DIAKO liegt seit mehr als 20 Jahren über der vorgeschriebenen Mindestmenge von 25 Fällen pro Jahr. Darüber hinaus sind auch räumliche Voraussetzungen zu schaffen. Denn in der Phase der hohen Infektanfälligkeit werden die Patienten in sogenannten umkehrisolierten Räumen mit einer speziellen Luftfilterung untergebracht. So wird die Ansteckungsgefahr minimiert. Wasser wird speziell aufbereitet, ebenso wie das Essen. Auch das Personal muss besondere Hygienemaßnahmen strengstens einhalten.