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Das Cochlea Implantat Zentrum Bremen am DIAKO bietet Hoffnung für Schwerhörige und Gehörlose

Ein Hörimplantat eröffnet eine neue Welt

Bremer Experten

Wer nicht hören kann, fühlt sich oft isoliert. Ein Hörimplantat ist eine Möglichkeit, sich die Welt wieder zu erschließen. Im DIAKO werden unterschiedliche Methoden und Verfahren angeboten, unter anderem das Cochlea-Implantat.

Mit einem Hörimplantat Schwerhörigkeit oder Taubheit heilen

Hörimplantat Chefarzt Professor Ercole Di Martino
Professor Ercole Di Martino ist Chefarzt an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie plastische Kopf- und Halschirurgie des DIAKO. DIAKO

Vogelgezwitscher, Kinderlachen, schöne Musik, Gespräche – Hören gehört zu unserem Alltag. Erst wenn der Gehörsinn fehlt oder nachlässt, beginnt eine neue, unbekannte Situation. Doch während noch vor wenigen Jahrzehnten Hörprobleme das Leben völlig veränderten, gibt es heute Methoden, der Schwerhörigkeit und sogar Taubheit wirkungsvoll zu begegnen.

Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie Plastische Kopf- und Halschirurgie des DIAKO ist auf die Mikrochirurgie des Mittelohrs und generell die Hörverbesserung spezialisiert. Sie gehört zu den wenigen Kliniken in Europa, die diese Operation minimal-invasiv durchführen und damit den Patienten eine signifikante Hörverbesserung ermöglichen.

Diese Hörimplantate bietet das DIAKO an:

  • Cochlea-Implantat
  • Aktive Mittelohrimplantate
  • Knochenverankerte Hörgeräte
  • Vollimplantierbare Mittelohrimplantate

Zu den „Spezialitäten“ in diesem Bereich gehört das Einsetzen des Cochlea-Implantats. Die elektronische Hörprothese gehört zu den Behandlungsmethoden, die fehlendes oder verloren gegangenes Gehör unter bestimmten Umständen wiederherstellen und so als (derzeit) einzige Prothese die Funktionen eines Sinnesorgans erfolgreich ersetzen kann. Das 2014 gegründete Cochlea Implantat Zentrum am DIAKO in Bremen ist auf den Einsatz von Hörimplantaten und die Nachbehandlung spezialisiert.

Hörimplantat Cochlea Implantat Zentrum Bremen DIAKO LogoIm Dezember 2006 implantierte das Team um Professor Ercole Di Martino, Chefarzt der Abteilung für Hals-, Nasen- und Ohren-Heilkunde (HNO) sowie Plastische Kopf- und Halschirurgie im DIAKO, erstmals eine solche Prothese für das Innenohr bei einem 43 Jahre alten Post-Mitarbeiter. Der Bremer war als Fünfjähriger an einer Virusinfektion erkrankt. In den folgenden Jahren war er schließlich allmählich ertaubt. Nach gelungener Operation konnte er wieder Geräusche wahrnehmen. „Der Patient war überwältigt vom Erfolg der OP. Und wir waren die ersten in Bremen, die so etwas durchgeführt haben“, so Professor Di Martino.

Was ist ein Cochlea-Implantat?

Hörimplantat Cochlea Implantat Funktion
Hörimplantate wie das Cochlea Implantat können die Funktion des Ohres ersetzen. DIAKO

Das Implantat hat seinen Namen von der Hörschnecke, die auf Lateinisch „cochlea“ heißt. Es ist eine Hörprothese für Ertaubte, deren Hörnerv intakt ist. Sie verstärkt nicht den Schall, sondern umgeht den Gehörgang und liefert Impulse direkt an den Hörnerv. Die Prothese besteht aus einem inneren und einem äußeren Teil.

Für wen ist ein Hörimplantat geeignet?

Ein solches Implantat kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Hörgerät kein ausreichendes Hören und Verstehen mehr ermöglicht. Je nach Art der Schwerhörigkeit kann ein speziell zugeschnittenes Implantat eingesetzt werden. Im DIAKO wird die gesamte Palette solcher Implantate eingesetzt.

Bei welchem Hörverlust kann ein Cochlea-Implantat helfen?

  • Menschen mit schweren Hörschäden oder Ertaubung
  • Ursachen wie einem Hörsturz, einem altersbedingten Hörverlust, einer Infektion oder Lärm
Hörimplantat – Chefarzt Professor Ercole Di Martino
Professor Ercole Di Martino arbeitet am Cochlea Implantat Zentrum des DIAKO. Dort berät er die Patienten zu verschiedenen Hörimplantaten. DIAKO

Die Hörhilfe besteht aus einem inneren und einem äußeren Teil: Das Implantat aus Magnet, Empfangsspule, Stimulator und Elektrodenträger setzen die Ärzte während einer ein- bis zweistündigen, minimal-invasiven Operation unter Vollnarkose ein. Den externen Teil tragen Patienten wie ein Hörgerät hinter dem Ohr. Die Impulse, die über die Elektroden an den Hörnerv übermittelt werden, muss das Gehirn neu interpretieren – ein bisweilen langwieriger Lernprozess. Der Grund: Das Gehirn muss die Signale aus dem Hörimplantat verarbeiten und interpretieren können. „Das ist der schwierigste Teil auf dem Weg, wieder hören zu können“, sagt Professor Di Martino.

Auch gehörlos geborenen Kindern kann das Implantat helfen. Hier empfehlen die DIAKO-Ärzte eine frühe Implantation. „Sie ist schon im ersten Lebensjahr möglich“, erläutert der HNO-Chef. „Die Hörprothese ermöglicht vielen der kleinen Patienten dann eine normale schulische und gesellschaftliche Entwicklung.“ Wichtig für den Erfolg ist, dass der Träger die Zeit der Sprachentwicklung möglichst hörend durchlebt hat und der Hörnerv nicht geschädigt ist. Zudem sollte der Patient nicht länger als zehn Jahre ertaubt gewesen sein, und die Motivation zum Wiedererlernen der Sprache muss vorhanden sein.

Das Hören muss wieder erlernt werden

Je länger die Hörerfahrung zurückliegt, umso länger dauert die Lernphase mit dem Hörimplantat. Nicht zuletzt deshalb ist neben der Operation auch die Nachsorge durch Therapeuten, Pädagogen, Techniker und Mediziner äußerst wichtig. Sie stellt die zweite wesentliche Säule der Behandlung dar. Etwa drei bis fünf Tage nach der OP kann der Patient nach Hause entlassen werden. Nach rund zwei Wochen erfolgen Wundkontrolle und Fadenentfernung. Dann beginnt die fachgerechte und intensive Rehabilitationsphase, die von den Patienten jede Menge Durchhaltevermögen und Ausdauer verlangt.

Hörimplantat UntersuchungEine Enttäuschung ist programmiert, wenn man erwartet, dass man nach vier bis sechs Wochen, wenn die Hörhilfe erstmals angeschaltet wird, gleich wieder „normal“ hört. Zunächst werden nur Geräusche wahrgenommen, mit der Zeit hört und versteht man dann immer mehr, wobei das Hören neu gelernt werden muss. Dafür ist eine ambulante Hör- und Sprachtherapie vorgesehen. Sie kann bis zu zwei Jahre dauern – etwa 40 bis 60 Therapiesitzungen. Bei Erwachsenen gehören dazu ein Hör-Sprach-Training, das Erlernen von Hörtaktik, Kommunikationstraining, stimm- und sprachtherapeutische Arbeit, kontinuierliche Beratung zum Hören-Lernen mit dem Hörimplantat und zu dessen Technik sowie zu zusätzlichen technischen Hörhilfen.

Am Ende steht dann aber meist der Erfolg, verbunden mit wiedergewonnener Lebensqualität. „Nicht sehen zu können, trennt von Dingen, nicht hören zu können, trennt von den Menschen“, führt Professor Di Martino aus. „Das Cochlea-Implantat befreit viele Patienten aus ihrer Isolation und bietet ihnen eine echte Chance, wieder ein normales Leben zu führen.“

Cochlea-Implantat-Sprechstunde

Das DIAKO bietet eine Cochlea-Implantat-Sprechstunde beziehungsweise Schwerhörigensprechstunde an. Diese ist montags von 9 bis 11 Uhr und dienstags von 14 bis 15.30 Uhr geöffnet. Eine Anmeldung dafür ist unter der Telefonnummer 0421/61 02-13 01 möglich. Ein Broschüre des DIAKO mit wichtigen Informationen für Patienten ist online abrufbar.