Bei einer Waldbestattung wird die Asche eines verstorbenen Menschen nach der Feuerbestattung im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt. Dafür kommt eine biologisch abbaubare Urne zum Einsatz. Die Baumbestattung zählt zu den Formen der Naturbestattung und bietet eine naturnahe Alternative zur klassischen Urnenbeisetzung auf einem Friedhof. Rund um Bremen sind beispielsweise Beisetzungen im FriedWald Hasbruch/Hude und im FriedWald Bremer Schweiz möglich.

Was ist eine Waldbestattung?
Eine Waldbestattung ist eine Form der Urnenbeisetzung und setzt deshalb eine Feuerbestattung voraus. Nach der Einäscherung wird die Asche in einer dafür vorgesehenen Urne an einem Baum innerhalb eines ausgewiesenen Bestattungsortes beigesetzt. „Die Baumbestattung ist eine von mehreren naturnahen Beisetzungsformen“, erklärt Herwig Gründel, Geschäftsführer des Bremer Bestattungsinstituts GE·BE·IN. Dazu gehören beispielsweise auch die Seebestattung oder bestimmte Formen der Ascheausbringung.
Je nach gewählter Grabstätte kann bei einer Waldbestattung eine kleine Namenstafel an den verstorbenen Menschen erinnern – oder die Ruhestätte ohne individuelle Kennzeichnung bleiben. Klassische Grabsteine und aufwendig gestaltete Grabflächen sind für diese Form der Beisetzung nicht vorgesehen.
Was ist der Unterschied zwischen Wald- und Baumbestattung?
Die Begriffe Waldbestattung und Baumbestattung werden häufig ähnlich verwendet. Eine Baumbestattung beschreibt konkret die Beisetzung einer Urne im Wurzelbereich eines Baumes. Findet diese Beisetzung in einem dafür ausgewiesenen Waldgebiet statt, handelt es sich um eine Waldbestattung. Die Baumbestattung ist damit die konkretere Beisetzungsform, während die Waldbestattung zusätzlich den Bestattungsort beschreibt.
Warum entscheiden sich Menschen für eine Waldbestattung?
Eine Waldbestattung kommt besonders für Menschen infrage, die sich eine naturnahe letzte Ruhestätte wünschen. „Eine Beisetzung in der Natur spricht in erster Linie diejenigen an, die sich schon zu Lebzeiten beispielsweise gern an der frischen Luft und im Grünen aufgehalten haben“, erläutert Herwig Gründel.
„Auch der Wegfall der Grabpflege spricht für diese Bestattungsart“, erklärt der Bestatter. Die Ruhestätte fügt sich in das natürliche Umfeld ein und benötigt deshalb keine klassische individuelle Grabgestaltung.
Wie läuft eine Waldbestattung ab?

Da eine Waldbestattung nur mit einer Urne möglich ist, steht am Anfang immer die Feuerbestattung. Nach der Einäscherung wird die Asche in eine biologisch abbaubare Urne überführt. Anschließend erfolgt die Beisetzung im Wurzelbereich des zuvor ausgewählten Baumes. Die konkrete Gestaltung hängt vom jeweiligen Bestattungsort und der gewählten Grabform ab.
Welche Grabarten gibt es bei einer Waldbestattung?
Je nach Bestattungsort stehen unterschiedliche Grabformen zur Verfügung. Möglich sind beispielsweise einzelne Grabplätze an einem Gemeinschaftsbaum sowie Partner- oder Familienbäume. „Bei einer Baumbestattung wählen die Angehörigen beziehungsweise die vorsorgende Person den Baum oder die entsprechende Grabstelle aus“, erläutert Herwig Gründel. Welche Auswahl möglich ist, hängt vom jeweiligen Bestattungswald ab.
Wo sind Waldbestattungen in Bremen und der Region möglich?
In Bremen und der näheren Umgebung gibt es verschiedene Möglichkeiten für eine Waldbestattung oder naturnahe Baumbestattung. Dazu gehören städtische Friedhöfe mit Baumgrabflächen ebenso wie ausgewiesene Bestattungswälder.
- Waldfriedhof Blumenthal
Der städtische Waldfriedhof Blumenthal bietet Baumgräber unter großen Laubbäumen und in Mischwaldflächen. Partnerurnen werden kreisförmig um einen Baum unter einer Granitplatte beigesetzt. Für Einzelpersonen stehen Plätze an Gemeinschaftsbäumen zur Verfügung. - Friedhof Osterholz
Auf dem Friedhof Osterholz gibt es eine eigens angelegte Fläche für naturnahe Baumbestattungen. Dort befinden sich Partnergräber in Reihenanordnung unter schattigen Laubbäumen. - FriedWald Hasbruch in Hude
Der FriedWald Hasbruch liegt in einem geschützten Naturwald mit alten Buchen und Eichen. Ruhestätten befinden sich an einzelnen Bäumen oder an gemeinschaftlich genutzten Baumplätzen. - FriedWald Bremer Schweiz in Schwanewede
Der FriedWald Bremer Schweiz ist durch alte Buchenbestände, offene Lichtungen und kleine Wasserläufe geprägt. Neben Gemeinschaftsbäumen stehen dort auch Partner- und Familienbäume zur Verfügung.
Was kostet eine Waldbestattung in Bremen?
Die Gesamtkosten einer Waldbestattung setzen sich aus mehreren Bestandteilen zusammen. Dazu gehören die Grabstätte beziehungsweise der Platz am Baum, die Beisetzung sowie die Leistungen des Bestattungsinstituts und die vorher notwendige Feuerbestattung.
Bei den städtischen Baumgräbern in Bremen gelten derzeit folgende Gebühren:
- Baumgrab für eine Urne: 1.914 Euro
- Baumgrab für Partner: 2.745 Euro
- Baumgrab für Familien mit bis zu acht Urnen: 4.997 Euro
In den FriedWald-Standorten der Region beginnen einzelne Grabplätze bei 590 Euro. Ein Platz am Gemeinschaftsbaum kostet je nach Auswahl zwischen 890 und 1.390 Euro, Partner- und Familienbäume zwischen 2.890 und 7.490 Euro. Zusätzlich fallen derzeit 450 Euro Beisetzungskosten pro Bestattung an.
Ist bei einer Waldbestattung eine Trauerfeier möglich?

Auch eine Waldbestattung lässt sich mit einer persönlichen Trauerfeier verbinden. „Die Feuerbestattung, die einer Waldbestattung vorausgeht, lässt bei der Gestaltung des Abschieds viele Möglichkeiten“, erklärt Herwig Gründel. Dazu können Musik, Blumen oder andere persönliche Elemente gehören, die an das Leben des verstorbenen Menschen erinnern.
Muss eine Grabstätte im Bestattungswald gepflegt werden?
Eine klassische Grabpflege ist bei einer Waldbestattung nicht vorgesehen. Die natürliche Umgebung bildet den Rahmen der Ruhestätte und soll ihren ursprünglichen Charakter behalten.
Gerade dieser Aspekt kann bei der Entscheidung für eine Waldbestattung eine Rolle spielen. Angehörige müssen sich nicht dauerhaft um Bepflanzung, Grabstein oder regelmäßige Pflege kümmern.
Kann eine Waldbestattung bereits zu Lebzeiten festgelegt werden?
Wer bereits konkrete Vorstellungen vom eigenen Abschied hat, kann eine Waldbestattung im Rahmen einer Bestattungsvorsorge festhalten. Dabei lassen sich unter anderem die Bestattungsform und der gewünschte Beisetzungsort dokumentieren. „Wer seine Wünsche schon zu Lebzeiten festhält, nimmt den Angehörigen später schwierige Entscheidungen ab“, betont Herwig Gründel.
Beratung zur Waldbestattung in Bremen
GE·BE·IN berät zu Waldbestattungen, Baumbestattungen und weiteren Formen der Urnenbeisetzung in Bremen und der Region. Dabei lassen sich unter anderem Fragen zur notwendigen Feuerbestattung, zum Beisetzungsort, zur Gestaltung des Abschieds und zu den entstehenden Kosten klären.
Der Hauptsitz des GE·BE·IN Bestattungsinstituts befindet sich in der Nordstraße 5-11, 28217 Bremen. Das Institut ist telefonisch unter 0421/38 77 60 und per E-Mail an kontakt@ge-be-in.de erreichbar.