Veneers sind dünne Verblendschalen, die vor allem auf sichtbaren Frontzähnen eingesetzt werden. Sie können Zahnform und Zahnfarbe verändern sowie kleinere Absplitterungen, bestimmte Lücken oder leichte Fehlstellungen optisch korrigieren. Moderne Dentalkeramik lässt sich dabei in Form und Farbwirkung individuell an die vorhandenen Zähne anpassen.
Ob Veneers sinnvoll sind und wie viel natürliche Zahnsubstanz dafür bearbeitet werden muss, hängt wesentlich von der jeweiligen Ausgangssituation ab. Neben dem gewünschten Aussehen müssen deshalb auch Zahngesundheit, Zahnstellung, Biss und Belastung berücksichtigt werden.
Der Bremer Zahnarzt Prof. Dr. Philipp Kohorst beschäftigt sich in seiner Privatpraxis unter anderem mit ästhetischer Zahnmedizin, Prothetik und keramischen Versorgungen. Entscheidend ist bei Veneers das Zusammenspiel von Ästhetik, Funktion und dem möglichst weitgehenden Erhalt gesunder Zahnsubstanz.
Was sind Veneers und was lässt sich damit korrigieren?
Veneers bestehen meist aus dünner Keramik und werden mit einem speziellen Klebeverfahren auf der sichtbaren Zahnfläche befestigt. Anders als bei einer Krone muss ein Zahn dafür normalerweise nicht rundherum beschliffen werden. Dadurch kann deutlich mehr natürliche Zahnsubstanz erhalten bleiben.
Typische Einsatzmöglichkeiten sind kleinere Veränderungen im sichtbaren Zahnbereich. Prof. Dr. Kohorst nennt unter anderem leichte Zahnfehlstellungen, Zahnlücken und optisch störende Verfärbungen als mögliche Gründe für eine Veneer-Behandlung. Je nach Ausgangssituation können auch ungleichmäßige Zahnformen oder kleinere Absplitterungen ausgeglichen werden.
Wie viele Zähne behandelt werden, richtet sich nach dem individuellen Befund und danach, welcher Bereich beim Lächeln sichtbar ist. Prof. Dr. Kohorst erklärt: „In aller Regel werden aber nur die jeweils vorderen sechs Zähne im Oberkiefer und Unterkiefer, die sogenannten Social Six, mit Veneers versehen.“ Bei größeren Zahndefekten reicht eine Verblendschale möglicherweise nicht aus. Je nach Zustand des Zahns kann dann beispielsweise eine Teilkrone oder Krone notwendig sein.

Nicht jede ästhetische Veränderung braucht ein Veneer
Veneers sind eine von mehreren Möglichkeiten, das Erscheinungsbild von Zähnen zu verändern. Bei einer reinen Verfärbung kann zunächst geprüft werden, ob eine professionelle Zahnaufhellung das gewünschte Ergebnis ermöglicht. Kleinere Veränderungen der Zahnform oder schmale Lücken lassen sich teilweise auch mit zahnfarbenem Kompositkunststoff korrigieren.
Bei deutlicheren Zahnfehlstellungen kann dagegen eine kieferorthopädische Behandlung infrage kommen. Welche Lösung geeignet ist, hängt deshalb nicht allein vom gewünschten Aussehen ab. Entscheidend sind auch Zustand, Stellung und Funktion der betreffenden Zähne.
Prep oder Non-Prep: Wo liegt der Unterschied?

Bei klassischen Prep-Veneers wird eine dünne Schicht der Zahnoberfläche abgetragen. Dadurch entsteht Platz für die Keramik, ohne dass der behandelte Zahn anschließend unnötig voluminös wirkt. Verglichen mit einer vollständigen Krone kann deutlich mehr natürliche Zahnsubstanz erhalten bleiben. Die Präparation hat allerdings eine wichtige Konsequenz: Entfernte Zahnsubstanz wächst nicht nach. Ein entsprechend vorbereiteter Zahn benötigt daher auch langfristig eine geeignete Versorgung.
Non-Prep-Veneers kommen in ausgewählten Fällen mit keiner oder nur einer sehr geringen Präparation der Zahnoberfläche aus. Das Verfahren eignet sich jedoch nicht für jede Ausgangssituation. Prof. Dr. Kohorst erklärt: „Entscheidend ist nicht allein, möglichst wenig Zahnsubstanz zu verändern. Ein Non-Prep-Veneer muss auch zur Zahnstellung, zur vorhandenen Zahnform und zum gewünschten Ergebnis passen.“
Warum der Zahnschmelz für die Haltbarkeit wichtig ist
Veneers werden mit einem speziellen Klebeverfahren fest mit der Zahnoberfläche verbunden. Natürlicher Zahnschmelz bietet dafür besonders gute Voraussetzungen. Eine 2024 veröffentlichte wissenschaftliche Auswertung zeigte bessere Ergebnisse, wenn Veneers überwiegend auf Zahnschmelz befestigt werden konnten. Deshalb ist es bei der Behandlungsplanung wichtig, möglichst viel gesunden Zahnschmelz zu erhalten.
Wie läuft eine Veneer-Behandlung ab?

Eine Veneer-Behandlung erfolgt in mehreren Schritten:
- Untersuchung und Planung: Zunächst werden Zahnstellung, Zahnfarbe, Zahnform, vorhandene Füllungen oder Defekte sowie die Bisssituation geprüft. Daraus ergibt sich, welche Art der Versorgung infrage kommt.
- Vorbereitung der Zähne: Bei Prep-Veneers trägt der Zahnarzt eine dünne Schicht der sichtbaren Zahnoberfläche ab. Bei geeigneten Non-Prep-Veneers kann dieser Schritt weitgehend entfallen.
- Digitale Erfassung: Ein Intraoralscanner erfasst die Zähne und den Kiefer optisch und erstellt daraus einen digitalen Datensatz. Ein klassischer Abdruck mit Abdruckmasse ist für diesen Arbeitsschritt nicht erforderlich.
- Herstellung der Veneers: Die digitalen Daten können direkt für die zahntechnische Planung und Herstellung genutzt werden. Dabei kommen unter anderem CAD/CAM-Verfahren zum Einsatz, also computergestützte Techniken zur Planung und Herstellung zahntechnischer Arbeiten. Auch passgenaue Modelle lassen sich im 3D-Druck anfertigen.
- Kontrolle und Befestigung: Vor dem Einsetzen werden Passung, Form und Farbwirkung der Veneers kontrolliert. Anschließend verbindet ein spezielles Klebeverfahren die Keramik dauerhaft mit der Zahnoberfläche.
Wie lange halten Veneers?
Keramische Veneers können viele Jahre halten. Als üblicher Zeitraum gelten etwa 10 bis 15 Jahre. Wie lange ein Veneer tatsächlich hält, hängt unter anderem von der Ausgangssituation, dem verwendeten Material, der Belastung, der Mundhygiene und regelmäßigen Kontrollen ab.
Auch wissenschaftliche Langzeituntersuchungen zeigen insgesamt gute Ergebnisse. Dennoch können Veneers im Laufe der Zeit beschädigt werden oder sich lösen und müssen dann gegebenenfalls repariert oder ersetzt werden.
Welche Nachteile und Risiken haben Veneers?

Bei klassischen Prep-Veneers wird Zahnsubstanz abgetragen. Dieser Eingriff lässt sich nicht vollständig rückgängig machen, weil entfernte Zahnsubstanz nicht nachwächst. Gerade bei einer ausschließlich ästhetisch gewünschten Behandlung gehört dieser Punkt deshalb zur sorgfältigen Abwägung.
Veneers können außerdem im Laufe der Zeit beschädigt werden, sich lösen oder einen Austausch benötigen. Auch die natürliche Zahnsubstanz unter und neben der Versorgung bleibt pflegebedürftig.
Eine Rolle spielt zudem die mechanische Belastung der Zähne. Starkes Pressen oder Knirschen muss bei der Planung berücksichtigt werden. Ziel ist deshalb nicht allein ein ästhetisches Ergebnis, sondern eine Versorgung, die auch zur Funktion und Belastung der Zähne passt.
Wie werden Veneers gepflegt?
Veneers benötigen grundsätzlich keine besondere tägliche Pflege. Die behandelten Zähne sollten ebenso gründlich gereinigt werden wie natürliche Zähne. Wichtig sind vor allem saubere Übergänge zwischen Zahn und Veneer.
Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen helfen dabei, Veränderungen an Keramik, Zahn oder Zahnfleisch frühzeitig zu erkennen. Prof. Dr. Kohorst empfiehlt bei Veneers Kontrolluntersuchungen etwa alle sechs Monate.
Was kosten Veneers in Bremen?
Die Kosten hängen unter anderem vom Ausgangsbefund, dem verwendeten Material, der Zahl der behandelten Zähne sowie vom zahnärztlichen und zahntechnischen Aufwand ab. Ein konkreter Betrag lässt sich deshalb erst nach Untersuchung und Behandlungsplanung festlegen. Prof. Dr. Kohorst nennt als Orientierungsrahmen für Veneers etwa 1.200 bis 1.500 Euro pro Zahn.
Rein ästhetisch gewünschte Veneers sind grundsätzlich keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und müssen selbst bezahlt werden. Besteht dagegen eine medizinische Notwendigkeit für eine entsprechende Versorgung, hängt eine mögliche Kostenbeteiligung vom konkreten Befund ab. Bei privaten Krankenversicherungen richtet sich eine Erstattung nach dem jeweiligen Vertrag.
Häufige Fragen zu Veneers
Veneers in Bremen: Prof. Dr. Philipp Kohorst
Prof. Dr. Philipp Kohorst beschäftigt sich neben seiner zahnärztlichen Tätigkeit wissenschaftlich mit Zahnersatz, Dentalkeramik und modernen Werkstoffen für die Zahnmedizin. Zu seinen Veröffentlichungen gehören unter anderem Arbeiten über keramische Verblendungen und computergestützt hergestellten Zahnersatz. In seiner Bremer Privatpraxis ergänzt ein eigenes zahntechnisches Praxislabor die Behandlung. Dort entstehen unter anderem vollkeramische Arbeiten. Außerdem kommen CAD/CAM-Verfahren zum Einsatz, also computergestützte Techniken zur Planung und Herstellung von Zahnersatz.
Die Privatpraxis für Zahnmedizin von Prof. Dr. Philipp Kohorst befindet sich in der Lilienthaler Heerstraße 261 in Bremen-Horn-Lehe. Die Praxis ist telefonisch unter 0421 27 50 86 und per E-Mail an info@prof-kohorst.de erreichbar.