Online-Shop erfolgreich starten - Bremer Experten
Junge Frau hält ein Handy in der Hand und in der anderen zwei kleine Pakete, Symbolbild für Onlineshops

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Online-Shop erfolgreich starten – worauf Unternehmen achten sollten

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Ein Interview mit Peter Tänzer von AdNord Media über Systemwahl und Strategie für Online-Shops

Der Online-Handel boomt – auch in Bremen setzen immer mehr Unternehmen auf digitale Vertriebskanäle, um ihre Produkte und Dienstleistungen erfolgreich zu vermarkten. Doch der Aufbau eines Online-Shops ist komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Welche technischen Grundlagen müssen stimmen? Welche Plattform ist für wen geeignet? Und wie lässt sich ein Shop so gestalten, dass er nicht nur sichtbar, sondern auch sicher und rechtssicher betrieben wird?

Peter Tänzer, Geschäftsführer der AdNord Media GmbH, kennt diese Herausforderungen aus dem Agenturalltag genau. Mit seinem Team begleitet er Unternehmen in Bremen und bundesweit bei der Konzeption, Umsetzung und Weiterentwicklung von E-Commerce-Lösungen. Im Interview spricht er über entscheidende Erfolgsfaktoren, häufige Fehler und gibt praxisnahe Tipps für alle, die sich im digitalen Handel behaupten wollen. Dabei wird deutlich: Wer früh die richtigen Weichen stellt, spart nicht nur Kosten, sondern schafft langfristig eine tragfähige Grundlage für Wachstum und Kundenbindung.


Was sind die wichtigsten Kriterien, die man bei der Entscheidung für einen Online-Shop berücksichtigen sollte?

Peter Tänzer: Viele machen den Fehler, nur auf die initialen Kosten zu schauen. Aus meiner Erfahrung als Agenturchef ist aber die Skalierbarkeit das A und O. Ein Shop-System muss mit dem Unternehmen mitwachsen können. Wenn sich der Umsatz verdoppelt, darf die Technik nicht in die Knie gehen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Schnittstellenfähigkeit. Der Shop darf keine Insellösung sein; er muss nahtlos mit der Warenwirtschaft (ERP), dem CRM oder Logistik-Dienstleistern kommunizieren. Und nicht zuletzt: die Bedienbarkeit für das eigene Team. Die beste Technik bringt schließlich nichts, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Marketing Tage brauchen, um ein neues Produkt einzupflegen.

Wir hatten schon einige Kundinnen und Kunden, die ihren Shop unbedingt mit WooCommerce und WordPress umsetzen wollten. Das ist prinzipiell zu Beginn auch kein falscher Ansatz, zum Beispiel für ein Start-up. Aber die Skalierbarkeit und Schnittstellenfähigkeit ist sehr eingeschränkt, und das System kommt schnell an seine Grenzen. Sind diese erreicht, beginnt man wieder ganz von vorn. Solche Überlegungen sollte man also zu Beginn unbedingt mit einfließen lassen.

Portraitbild von Peter Tänzer, Geschäftsführer der AdNord Media, Online Marketing in Bremen
Peter Tänzer weiß, worauf es bei einem erfolgreichen Online-Shop ankommt. AdNord Media

Welche E-Commerce-Plattformen oder -Technologien sind aktuell besonders empfehlenswert?

Peter Tänzer: Es gibt hier kein „One-Size-Fits-All“, aber zwei Player stechen derzeit klar hervor:

  • Shopify: Das ist oft unsere Empfehlung für Marken, die schnell an den Markt wollen (Go-to-Market) und einen Fokus auf Direct-to-Consumer (DTC) haben. Das Ökosystem ist riesig, und die Wartung ist unkompliziert.
  • Shopware 6: Für den deutschen Mittelstand und komplexe B2B-Anforderungen ist Shopware aktuell der Goldstandard. Es ist „Made in Germany“, extrem anpassbar und bietet die Datensouveränität, die viele unserer Kundinnen und Kunden benötigen.
  • OXID eShop: Hier sind wir als Agentur offizielle Partnerin, und das aus gutem Grund: Wenn der Fokus auf maximaler Performance, Stabilität und sehr individuellen B2B-Prozessen liegt, ist OXID unschlagbar. Es ist die Lösung, die wir empfehlen, wenn tiefe Integrationen in die bestehende IT-Landschaft nötig sind und andere Systeme an ihre Grenzen kommen.

Technologisch geht der Trend klar in Richtung Headless CMS. Das bedeutet: Frontend (was der Kunde sieht) und Backend (die Logik) sind getrennt. Das macht Shops extrem schnell und flexibel auf allen Geräten.

Gibt es bestimmte Funktionen, die heutzutage unbedingt in einem Online-Shop integriert sein sollten?

Peter Tänzer: Absolut. Mobile First ist keine Option mehr, sondern Pflicht – der Großteil des Traffics kommt inzwischen schließlich über das Smartphone. Wenn der Checkout auf dem Handy hakt, sind Interessierte ganz schnell weg.

Dazu kommen moderne Payment-Lösungen. In Deutschland lieben wir den Rechnungskauf und PayPal, aber auch Apple Pay und Google Pay werden immer wichtiger für den schnellen Abschluss. Ein oft unterschätztes Feature ist zudem der Gast-Checkout. Man sollte niemanden dazu zwingen, ein Konto anzulegen, bevor er kaufen darf. Das ist einer der größten Conversion-Killer.

Wie kann ich sicherstellen, dass mein Online-Shop in Suchmaschinen gefunden wird?

Peter Tänzer: SEO ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Sie steht auf drei Säulen:

  1. Technik: Der Shop muss blitzschnell laden. Google straft langsame Seiten gnadenlos ab (Stichwort: Core Web Vitals).
  2. Struktur: Eine logische Kategorisierung hilft nicht nur dem Menschen, sondern auch dem Google-Bot, die Seite zu verstehen.
  3. Content mit Mehrwert: Produkttexte vom Hersteller zu kopieren, reicht nicht. Wir raten immer dazu, Fragen zu beantworten, die die Zielgruppe wirklich hat. Guter Content, der Probleme löst, rankt immer noch am besten.

Wie können Online-Shops ihre Zielgruppe optimal ansprechen?

Junge Frau hat ein Tablet in der Hand und scrollt, sie steht in einem Büro, in dem Pakete stehen, Symbolbild für Online-Shops
Es kommt unter anderem auf die richtige Ansprache der Zielgruppe an. Adobe Stock/N Felix/peopleimages.com

Peter Tänzer: Indem sie den Shop nicht als Lagerhalle, sondern als Erlebnisraum verstehen. Wir müssen die User Journey kennen: Wo kommt der Kunde her? Was ist sein Schmerzpunkt, also sein Problem, das er lösen will? Die Ansprache muss personalisiert sein. Wenn ich weiß, dass ein Kunde Herrenmode kauft, sollte die Startseite ihm beim nächsten Besuch keine Damenhandtaschen präsentieren. Außerdem spielt das visuelle Design eine riesige Rolle – gute Bilder und Videos schaffen Emotionen, die reine Textwüsten niemals erreichen können.

Wie wichtig sind Sicherheitsfeatures im Online-Shop – und wie kann man das Vertrauen der Kunden gewinnen?

Peter Tänzer: Vertrauen ist die Währung im E-Commerce – ohne Vertrauen kein Umsatz. Technisch ist ein SSL-Zertifikat das absolute Minimum. Aber Sicherheit ist auch gefühlte Sicherheit.

Wir empfehlen dringend den Einsatz von Gütesiegeln wie Trusted Shops und echten Kundenbewertungen. Wenn eine Neukundin sieht, dass 500 andere Menschen zufrieden waren, senkt das die Hemmschwelle enorm. Zudem muss die Datenschutzerklärung transparent und leicht auffindbar sein. Der Kunde muss wissen: Meine Daten sind hier sicher.

Welche rechtlichen Anforderungen gibt es beim Betrieb eines Online-Shops?

Peter Tänzer: Der deutsche Markt ist hier ein Minenfeld, und Abmahnungen sind teuer. Ganz oben steht die DSGVO-Konformität, insbesondere bei Cookies und Tracking. Das Impressum und die Widerrufsbelehrung müssen wasserdicht sein.

Ein Klassiker, der immer noch falsch gemacht wird: der Kaufen-Button. Dort muss unmissverständlich stehen „Zahlungspflichtig bestellen“ oder „Kaufen“, nicht nur „Anmelden“ oder „Bestätigen“. Auch die Preisangabenverordnung (Grundpreise bei Lebensmitteln oder Flüssigkeiten) ist ein häufiger Stolperstein. Natürlich stellt das hier keine Rechtsberatung, sondern lediglich unsere Erfahrungswerte dar.

Junger Mann sitzt an einem Schreibtisch mit Laptop, neben ihm und im Hintergrund sind Pakete, Symbolbild für Online-Shops
Nach dem Startschuss eines Online-Shops ist die Arbeit noch nicht getan – jetzt heißt es dranbleiben! Adobe Stock/Krakenimages.com

Warum ist es wichtig, den Online-Shop nach dem Launch kontinuierlich zu optimieren?

Peter Tänzer: Ein Online-Shop ist niemals „fertig“. Der Launch ist eigentlich erst der Startschuss. Das Nutzungsverhalten ändert sich, Browser ändern sich, und die Konkurrenz schläft nicht.

Wir arbeiten datenbasiert: Wir schauen uns an, wo Kundinnen und Kunden abspringen, und optimieren diese Stellen (Conversion Rate Optimierung). Wer seinen Shop nach dem Live-Gang liegen lässt, verliert jeden Monat bares Geld. Es ist wie im Einzelhandel: Wer sein Schaufenster nie neu dekoriert, wird irgendwann übersehen.

Jetzt Kontakt zu AdNord Media aufnehmen

Die Digitalagentur Agentur AdNord in Bremen bietet maßgeschneiderte Lösungen für Unternehmen, die einen Online-Shop umsetzen möchten. Zu Themen wie SEO, Social Media Marketing, Google Ads oder Webdesign steht das Team ebenfalls für eine individuelle Beratung unter +49 (0)421/33 07 60 oder per E-Mail an info@adnord.de zur Verfügung.

Fragen rund um den Online-Shop

Die Skalierbarkeit ist entscheidend – ein System muss mit dem Unternehmen mitwachsen. Außerdem sollte es gut mit anderen Systemen wie Warenwirtschaft, CRM oder Logistiklösungen vernetzbar sein. Auch die Bedienbarkeit für das eigene Team spielt eine große Rolle: Wenn Produktpflege zu aufwendig ist, leidet die Effizienz.
Zwei Plattformen stechen aktuell hervor: Shopify für einen schnellen Markteintritt und DTC-Strategien. Shopware 6 für den deutschen Mittelstand und komplexe B2B-Anforderungen. Technologisch liegt der Fokus zunehmend auf Headless-CMS-Lösungen, bei denen Frontend und Backend getrennt sind – das sorgt für mehr Flexibilität und Geschwindigkeit.
Mobile First: Die meisten Zugriffe erfolgen über Smartphones. Moderne Payment-Lösungen: z. B. Rechnungskauf, PayPal, Apple Pay, Google Pay. Gast-Checkout: Kunden sollten nicht gezwungen werden, ein Konto anzulegen – das senkt die Kaufbereitschaft erheblich.
Suchmaschinenoptimierung (SEO) basiert auf drei Säulen: 1. Technik – schnelle Ladezeiten (z. B. Core Web Vitals). 2. Struktur – klare Kategorien und Navigation. 3. Content mit Mehrwert – eigene, hilfreiche Inhalte statt kopierter Produkttexte.
Der Shop sollte als Erlebnisraum gedacht werden, nicht nur als digitale Lagerhalle. Entscheidend ist eine personalisierte Kundenansprache und die Berücksichtigung der gesamten User Journey. Visuelle Elemente wie Bilder und Videos sorgen für Emotionen und verbessern die Nutzerbindung.