Schwarzer Fleck im Sichtfeld: Ein Resultat einer Makuladegeneration.

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Die Capio Augenklinik Universitätsallee in Bremen setzt auf individuell auf den Patienten zugeschnittene Therapieverfahren

Makuladegeneration immer besser behandelbar

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Die Makuladegeneration ist in den Industrieländern die häufigste Ursache für Sehstörungen bei älteren Menschen. Dabei entwickelt sich eine krankhafte Veränderung der Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula. Die Folge: ein fortschreitender Sehverlustes im zentralen Sichtfeld.

Alters- und stoffwechselbedingte Erkrankungen der Augen nehmen mit der stetig älter werdenden Bevölkerung immer mehr zu. Sie führen zu Sehverschlechterungen und damit zu Beeinträchtigungen der Lebensqualität. Diese Sehverschlechterungen im Alter können durch Trübungen der optischen Medien bedingt sein, zum Beispiel durch den Grauen Star (Katarakt). „Ofmals werden sie aber durch Erkrankungen an der Netzhaut hervorgerufen. Viele dieser Netzhauterkrankungen – hierunter fällt auch das Krankheitsbild Makuladegeneration – waren in der Vergangenheit nur sehr begrenzt behandelbar. In den letzten Jahren aber hat sich eine bedeutende Verbesserung der Therapiemöglichkeiten ergeben. Die zum Teil aufwendigen Therapieverfahren sollten dabei individuell auf jeden einzelnen Patienten zugeschnitten sein“, so PD Dr. med. Andreas Schüler, ärztlicher Direktor der Capio Augenklinik Universitätsallee in Bremen.

Was genau ist die Makula?

Aufbau des Auges. Grafik zur Makuladegeneration.
Die Makula spielt beim Sehen eine wichtige Rolle. Alles, was Menschen ansehen, wird dort abgebildet. Capio Augenklinik Universitätsallee

Wie bei einem Fotoapparat, bei dem das Licht durch ein Objektiv gebündelt und fokussiert wird und so den Film belichtet, erfolgt im menschlichen Auge die Bündelung des Lichtes durch die Hornhaut und die Linse und wird so auf die Sinneszellen der Netzhaut fokussiert. Der Sehnerv leitet das von der Netzhaut empfangene Bild an das Gehirn weiter, direkt ins Sehzentrum. In der Mitte der Netzhaut befindet sich die Stelle des schärfsten Sehens – die Makula. Sie enthält den Großteil aller Sehzellen, die dafür sorgen, dass wir scharf sehen und Farben wahrnehmen können. So ist die Makula wichtig für das Erkennen von Gesichtern und für das Lesen. Die restlichen Sehzellen (außerhalb der Makula) ermöglichen ein Umgebungssehen und sorgen für die Orientierung im Raum.

Wie entsteht eine Makuladegeneration?

Eine Makuladegeneration entwickelt sich aufgrund einer Stoffwechselstörung. Stoffwechselabbauprodukte, sogenannte Drusen, bilden Ablagerungen zwischen den Sehzellen. Der Grund: Sie können wegen natürlicher Alterungsprozesse im Laufe des Lebens nicht mehr komplett von den die Sehzellen des Auges ernährenden Zellen abgebaut werden. Bei einigen Menschen führt dieser Prozess zu einer schlechteren Versorgung der Sehzellen. Die Zellen werden hierdurch zerstört und verlieren ihre Funktion. Es gibt zwei Formen der Makuladegeneration.

Makuladegeneration, Grafik zur Entsehen von Drusen, Abbauprodukten aus dem Seh-Stoffwechsel.
Bei der Makuladegeneration entstehen Ablagerungen unter der Netzhaut, sogenannte Drusen. Dabei handelt es sich um Abbauprodukte aus dem Seh-Stoffwechsel. Capio Augenklinik Universitätsallee

Von einer trockenen Makuladegeneration spricht man, wenn sich nur Drusenablagerungen auffinden. Eine feuchte oder auch exsudative Makuladegeneration liegt dann vor, wenn es als Reaktion auf die Ablagerungen im weiteren Verlauf der Erkrankung zu Gefäßneubildungen kommt. Diese neuen Gefäße können durchlässig werden und so ursächlich dafür sein, dass Sehzellen mit Flüssigkeit unterspült werden. Hierdurch können die Sehzellen weiter geschädigt werden. Die feuchte Form der Makuladegeneration führt sehr viel schneller zu Sehstörungen als die trockene. Beide Varianten der Erkrankung kann die Medizin bisher nicht heilen. Bei der feuchten Makuladegeneration kann jedoch mithilfe einer Behandlung die Sehschärfe erhalten, teilweise sogar verbessert oder aber das weitere Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden.

Wie bemerke ich eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD)?

Folgende Symptome deuten auf eine Makuladegeneration hin:

  • Aufgrund der degenerativen Veränderungen der Netzhaut an der Makula, der Stelle des schärfsten Sehens, kommt es zu einem fortschreitenden Sehverlust in der Gesichtsfeldmitte. Das Resultat ist, dass die Betroffenen genau die Bereiche nicht mehr sehen können, die sie direkt anvisieren.
  • Im Anfangsstadium lässt sich eine Makuladegeneration daran erkennen, dass gerade Linien wellenförmig erscheinen oder Gegenstände, auf die man gezielt den Blick richtet, verschwommen und verzerrt wirken.
  • Später wird das Sehen in der Bildmitte immer mehr beeinträchtigt. So verschwinden beispielsweise Buchstaben in der Mitte von Texten. Und beim Betrachten von Fotos fehlt die Mitte des Bildes – bis letztlich nur noch ein dunkler Fleck zu erkennen ist.
  • Der Verlust der Sehfähigkeit beschränkt sich jedoch zumeist auf das zentrale Gesichtsfeld. Das Sehen in der Peripherie bleibt in der Regel erhalten und damit auch die Orientierung im Raum. Häufig gelingt es Menschen noch, Texte zu lesen, indem sie ihren Kopf extrem schräg halten. So blicken sie an der Stelle der zerstörten Netzhaut vorbei.

„Oft können wir eine Makuladegeneration im Frühstadium nicht bemerken“, erklärt Dr. med. Stoyan Stoyanov aus der Capio Augenklinik Universitätsallee Bremen. „Deswegen empfehlen wir Patienten mit einem erhöhten Risiko, eine Selbstkontrolle des Sehens mit dem Amsler-Netz durchzuführen. Das ermöglicht bereits bei leichten Verzerrungen oder Befundverschlechterung ein schnelles Handeln.“

Amsler-Sehtest zur Selbstkontrolle zur Feststellung einer Makuladegeneration.
Mit dem Amsler-Test können Menschen frühe Veränderungen des eigenen Sehvermögens feststellen und sich rechtzeitig in Behandlung begeben. Capio Augenklinik Universitätsallee

 

Wie wird eine Erkrankung behandelt?

Sowohl bei der trockenen als auch bei der feuchten Form ist eine Heilung nicht möglich. Es kann aber eine Schadensbegrenzung betrieben werden, weshalb Betroffene frühzeitig mit einer Therapie beginnen sollten.

Die trockene Form der Makuladegeneration

Bei der trockenen Makuladegeneration schreitet der Krankheitsverlauf im Verlauf von Jahren nur langsam voran und führt schleichend zu einer Sehverschlechterung. Operative Maßnahmen, Injektionen oder Laserbehandlungen sind hier nicht sinnvoll einsetzbar. Derzeit diskutieren Experten, ob Vitaminpräparate wie zum Beispiel Lutein, Zink und Selen den zeitlichen Verlauf der Erkrankung verzögern und die Sehminderung mildern können.

Die feuchte oder exsudative Form der Makuladegeneration

Die feuchte Makuladegeneration kann einen sehr schnellen Verlauf mit einer deutlichen Sehminderung innerhalb von wenigen Wochen nehmen. Aus diesem Grunde ist es wichtig, den weiteren Krankheitsverlauf schnellstmöglich zu stoppen, indem die neu gebildeten Gefäße verschlossen werden.

Als Therapieformen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung:

  • die Laserbehandlung
  • die photodynamische Therapie
  • die Injektion von Medikamenten in das Auge (intravitreale Medikamenteninjektion in den Glaskörperraum)
  • die experimentelle Bestrahlung

Die experimentelle Bestrahlung ist derzeit noch nicht für den Routinegebrauch zugelassen. Die herkömmliche Laserbehandlung an den Augen wenden Ärzte nur noch in besonderen Fällen an – wenn die Gefäßneubildungen außerhalb der Makula liegen. Auch die photodynamische Therapie kommt nur noch selten zum Einsatz und führt bestenfalls zur Stabilisierung der Sehkraft. Bei dieser Therapie geben Mediziner ein Medikament über die Armvene und aktivieren es anschließend mit einem sanften Laser, um die Blutgefäße zu verschließen,

 Grafik der intravitrealen Medikamenteninjektion bei Makuladegeneration. Ein Medikament wird ins Auge gespritzt.
Bei der Makuladegeneration ist die intravitreale Medikamenteninjektion die am meisten Erfolg versprechende Behandlungsmethode. Hier bei wird ein Medikament ins Auge gespritzt. Capio Augenklinik Universitätsallee

Die am meisten Erfolg versprechende Methode zur Behandlung ist die intravitreale Injektion. Unter örtlicher Betäubung mit Augentropfen spritzen Mediziner eine geringe Menge eines Medikamentes in das Auge des Patienten ein. Mithilfe einer intravitrealen Medikamenteninjektion in den Glaskörper können die Ärzte das Wachstum von neu gebildeten Blutgefäßen hemmen. So können sie die Sehzellen wieder trockenlegen. Die Sehfunktion der Sehzellen kann sich wieder erholen – auch wenn ein Restschaden bestehen bleibt.

„Hochauflösende bildgebende Untersuchungsmethoden ermöglichen bei der Initialdiagnose die Auswahl der bestmöglichen, individuell auf den Patienten abgestimmten Therapie sowie eine individuelle Anpassung der Therapie im Verlauf“, erklärt PD Dr. med. Andreas Schüler von der Capio Augenklinik Universitätsallee in Bremen. „Der Vorteil für den Patienten liegt dabei in der Möglichkeit, das Sehvermögen mit einer möglichst geringen Therapiebelastung zu erhalten.“

Gibt es Risikofaktoren für eine Makuladegeneration?

Frau Boyana Paun, FEBO – Fachärztin der Capio Augenklinik Universitätsallee in Bremen
Frau Boyana Paun, FEBO – Fachärztin der Capio Augenklinik Universitätsallee in Bremen Capio Augenklinik Universitätsallee

Einige Risikofaktoren, wie das fortschreitende Alter, kann man nicht beeinflussen. So tritt die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) vor allem ab dem 60. Lebensjahr auf. Ebenso wenig lassen sich die Erbanlagen als wichtiger Risikofaktor beeinflussen. Allerdings können andere Faktoren – nämlich die, die unseren Lebensstil betreffen – sehr wohl beeinflusst werden. Hierzu gehört beispielsweise das Rauchen. Raucher erkranken vier- bis sechsmal häufiger an einer Makuladegeneration. Auf der anderen Seite können eine gesunde Ernährung sowie hoch dosierte Vitamincocktails bei bestimmten Patienten möglicherweise das Auftreten der Krankheit verhindern oder verzögern. „Die beste Möglichkeit, dem Sehverlust im Alter zu entgehen, besteht aber darin, regelmäßige Augenarztbesuche ab dem 55. Lebensjahr durchzuführen“, erklärt Frau Boyana Paun, FEBO – Fachärztin der Capio Augenklinik Universitätsallee in Bremen. „So können Ärzte die Erkrankung frühzeitig erkennen. Angesichts der mittlerweile sehr guten Behandlungsmöglichkeiten bestehen positive Aussichten für den weiteren Krankheitsverlauf.“